DAM DEUTSCHES ARCHITEKTUR MUSEUM DAM ARCHIV.DE
ProjektŸbersicht dam-archiv.de Hilfe Impressum
Rob Krier >> biografische Informationen
  
Stadtentwicklung
Amiens, F
1984 - 2001
DAM Inv.nr. 142-190-(001-354)
Skizzen, Entwurf, Fassadenstudien, BestandsplÀne, Schriftverkehr, PrÀsentationszeichnungen
Katalogtext: « Mein schönstes Projekt »

1984 schrieb die Stadtregierung von Amiens einen internationalen stĂ€dtebaulichen Wettbewerb aus. Es ging dabei um ein langgestrecktes Areal, das sich vom nördlichen Querarm der Kathedrale in westlicher Richtung bis in das Quartier um St. Germain erstreckt. Die nördliche Begrenzung bildet einer der vielen KanĂ€le der Stadt. Gegenstand des Wettbewerbs war auch das Gebiet Saint-Leu nördlich des Wasserarms auf der Höhe der Kathedrale, gegenĂŒber dem alten Bischofssitz.
In einer fĂŒr Rob Krier bewĂ€hrten Manier schloss er das Gebiet westlich von Notre Dame zum Wasser hin sowie zu dem viel befahrenen Boulevard mit einer Blockrandbebauung, die im Inneren eine Folge unterschiedlicher PlĂ€tze beherbergt. Kleine Zentralbauten sollten als charakteristische Eingangsbauten fĂŒr die einzelnen PlatzrĂ€ume dienen. Hierzu gehörte auch gegenĂŒber dem Bischofspalais der kreisrunde Neubau der UniversitĂ€tsbibliothek.
In der Tradition der mittelalterlichen Stadt wollte Rob Krier mit einer schmalen Wohnbebauung vor der mÀchtigen Westfassade der Kathedrale einen neuen Platzraum schaffen. Er griff dabei eine Idee seines Bruders Léon aus dem Jahre 1975 auf. Dieser hatte durch direkt seitlich an die Kathedralfassade angrenzende PlatzwÀnde einen gÀnzlich umbauten Platz entworfen.
Das Quartier Saint-Leu nördlich des Kanals sollte durch eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke mit den Bas Parvis um die Kathedrale verbunden werden. Krier bezeichnete die BrĂŒcke als „Ponte Vecchio“, da er sie in Anlehnung an das berĂŒhmte Vorbild in Florenz mit GeschĂ€ften ĂŒberbauen wollte.
In einer Vielzahl von kleinen Stadtveduten erweckt Krier die AtmosphĂ€re einer kleinteiligen mittelalterlichen Stadt mit giebelstĂ€ndigen HĂ€usern entlang des Kanals und mediterranem Flair mit offenen Arkaden und Loggien. Wie bei kaum einem seiner Projekte werden die neuen PlĂ€tze Amiens von Stadtbewohnern dicht bevölkert, fĂŒr Rob Krier Ausdruck einer wieder belebten UrbanitĂ€t. Autos sind keine zu sehen, obwohl das Verkehrsproblem ein wichtiger Aspekt im Wettbewerb war.
Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf Rob Kriers unterschied sich grundlegend von den anderen BeitrĂ€gen der fĂŒnf BĂŒros der Endrunde. Diese hatten eine verdichtete großmaßstĂ€blich Bebauung entlang des Kanals und eine begrĂŒnte, offenere Struktur zum Boulevard geplant. Aufgrund eines politischen Wechsels in der Stadtverwaltung blieb das Projekt ein Traum auf dem Papier fĂŒr Rob Krier.
UKJ
 
< zurück