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Rob Krier >> biografische Informationen
  
Forellenweg
Salzburg, A
1983 - 1986
DAM Inv.nr. 142-185-(001-093)
Skizzen, Entwurf, Baueingabe, Ausführungsplanung (Mutterpausen), Präsen-tationszeichnungen
Katalogtext: Bereits in der Planungsphase hatte das Wohnquartier am Forellenweg, am Rande der Salzburger Innenstadt gelegen, großes Interesse in der Öffentlichkeit hervorgerufen. Es wurde kein internationaler Architektenwettbewerb ausgeschrieben, sondern ein Gutachterverfahren durchgeführt. Ein Gestaltungsbeirat begleitete nicht nur die Planung, sondern auch die Ausführung. Seine Aufgabe war es die städtebauliche und architektonische Qualität des Wohnquartiers mit 300 bis 400 Wohnungen auf 35.000 qm Fläche zu heben und damit neue Standards im sozialen Wohnungsbau zu setzen. Eingeladen waren neben elf Architekten aus Salzburg die beiden „Wiener“ Rob Krier und Adolf Krischanitz und die beiden „Ausländer“ Aldo Rossi und Oswald Mathias Ungers.
„Die sieben in die engere Wahl gekommenen Projekte zeigen im Prinzip vier Alternativen der Neuinterpretation von Geschichte und der Reaktion auf einen bestimmten Ort. Rossi hat sozusagen die poetischste, aber auch abstrakteste Interpretation geliefert, Krier die radikalste im Versuch der Wiederherstellung stadträumlicher Qualitäten. Rossi umgrenzt den Ort, Krier besetzt ihn.“ (Friedrich Achleitner, in: Wettbewerbe, 38, 1984, 20).

Das Konzept von Rob Krier basiert auf den Vorstellungen einer mittelalterlichen Kleinstadt mit ihren charakteristischen Polen Kirche und Rathaus. An die Stelle eines Rathauses trat hier ein Gemeindehaus. Eine diagonale Achse aus Straßenräumen und unterschiedlichen Platzanlagen sollte die Anlage durchziehen, an sie angegliedert zehn Wohnhöfe. Die geplanten monumentalen öffentlichen Gebäude hätten nicht nur das Bild des neuen Stadtquartiers geprägt, sondern darüber hinaus den Bewohnern Möglichkeiten der Identifikation geboten. Öffentliche Gebäude sind „seit jeher der Nukleus jeder städtischen Agglomeration. Ich halte diese Gebäude zur Gründung einer Ortsgemeinschaft für unabdingbar. Entfallen sie, so sprechen wir von einer Siedlung! – dem Vorstadium einer urbanen Kultur.“ (Manuskript zu „Architecture and Urban Design“, 1993).

Das städtebauliche Konzept von Oswald Mathias Ungers bildete letztendlich die Grundlage für den Bebauungsplan und diente den sechs an der Ausführung beteiligten Architektengemeinschaften als Leitlinie. Rob Krier realisierte gemeinsam mit Aldo Rossi und Franz C. Demblin einen Block um einen achteckigen Innenhof.
UKJ
 
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