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Rob Krier >> biografische Informationen
  
St. Pauli-Nord/Alter Pferdemarkt
Hamburg-Altona, D
1978-1981
DAM Inv.nr. 142-166-(001-058)
Entwurf, Korrekturpläne, Präsentationszeichnungen, Modellfoto, Luftbild
Katalogtext: Bei diesem Projekt ging es darum in einem innerst√§dtischen Quartier mit gro√üen Baul√ľcken wieder eine erkennbare Struktur zu schaffen. ‚ÄěRaum in der Stadt soll geometrisch klar ablesbar sein in der Gestalt von Stra√üen und Pl√§tzen. Diese sind auch im modernen St√§dtebau die einzigen Kommunikationszonen des √∂ffentlichen Lebens‚Äú (Manuskript zu ‚ÄěArchitecture and Urban Design‚Äú).
R√ľckgrat der neuen stadtr√§umlichen Komposition ist eine Achse, die gebildet wird aus einer Abfolge unterschiedlicher Pl√§tze und sich zwischen dem neuen Pferdemarkt im Osten und dem ehemaligen Friedhof im Westen erstreckt. Diese Raumsequenz sollte durch √∂ffentliche Bauwerke als Kommunikationsachse weit √ľber das Quartier hinaus ausstrahlen. Auf dem neuen Pferdemarkt h√§tte der ehemals ber√ľhmte ‚ÄěStar-Club‚Äú ein neues zu Hause erhalten. An das Zirkuszelt der so genannten Schiller-Oper sollte ein Jugendhaus in der Form eines Zentralbaus erinnern. Dieser neue Jugendtreff war als Mittelpunkt eines quergelagerten Platzes gedacht, der im Westen in einen schmalen l√§ngsrechteckigen Anger mit einer gro√üen Spielwiese und einem leicht versenkten Bolzplatz √ľberging. Eine Turnhalle sollte den Anger gegen die verkehrsreiche Bernstofferstra√üe abschirmen. In der Mittelachse der S√ľdflanke des Angers plante Rob Krier die Einm√ľndung einer neuen Stra√üe. Diese h√§tte nicht nur eine Blickachse auf die Friedenskirche erm√∂glicht, sondern in diesem Bereich auch die angestrebte kleinteilige Blockstruktur.
Westlich der Bernstofferstra√üe sollte die Hauptachse ihre Fortsetzung in einem neu geschaffenen Durchstich finden, der durch das Areal des Reventlowschen Stiftes, eines Altenwohnheims, f√ľhrt. Nach dem Vorbild der niederl√§ndischen Beginenh√∂fe w√§re die Anlage r√§umlich um eine zentrale Platzanlage gefasst worden, die von hohen Platzw√§nden mit zweigeschossigen Arkaden umschlossen war. So erhielte sie ehr den Charakter eines Rundhofes auch durch die ringsum geplanten Sitzstufen. Mit dem Zentralbau des Jugendhauses im Osten und dem Rundhof im Westen h√§tten sich im Stadtgrundriss zwei spannungsreiche Pole abgezeichnet.
Die Sequenz von Kriers Veduten wird bereichert durch Figurengruppen, die in barocker Pose dem Betrachter jeweils einen Ausschnitt aus dem Stadtgrundriss entgegenhalten. Charakteristischerweise sind es jeweils die Menschen, f√ľr die Rob Krier in besonderer Weise das jeweilige Areal geplant hatte: die Alten zeigen den Grundriss des Rundhofes, w√§hrend die Kinder den Anger mit dem Bolzplatz pr√§sentieren.
UKJ
 
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