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Rob Krier >> biografische Informationen
  
Haus Siemer
Warmbronn, D
1964 - 1976
DAM Inv.nr. 142-135-(001-066)
Skizzen, Baueingabe, AusfĂŒhrungsplanung (Mutterpausen), PrĂ€sentations-zeichnungen (Original, Kopie), Lageplan, Baustellen/Modellfotos, Planre-produktionen
Katalogtext: Haus Siemer ist Rob Kriers erster realisierter Bau. Er entstand wĂ€hrend seiner TĂ€tigkeit im BĂŒro von Frei Otto in Stuttgart. Auf den ersten Blick erscheint das GebĂ€ude wie ein großzĂŒgiges Einfamilienhaus. Es handelt sich jedoch um ein Wohnhaus fĂŒr drei Familien.
Warmbronn, eine traditionelle Einfamilienhaus-Siedlung, liegt im Einzugsgebiet von Stuttgart. Das GrundstĂŒck erstreckt sich als schmaler Streifen an einem Nordhang. Das Haus schiebt sich gleichsam in den Hang hinein. Sein Haupteingang liegt im Norden am Fuße des HĂŒgels, wĂ€hrend die WohnrĂ€ume nach SĂŒden, SĂŒdosten und SĂŒdwesten ausgerichtet sind.
Der Kontur des GebĂ€udes umschreibt ein hoch stehendes Dreieck. Die abschĂŒssige Seite dieses Dreiecks bildet das Dach. Die starke Dachneigung war in Anlehnung an die NachbarhĂ€user vorgeschrieben. In der Mittelachse des Baukörpers erstreckt sich ein hoch aufragendes, verglastes Treppenhaus. So können alle drei Hauptetagen separat erschlossen werden. Das zentrale Treppenhaus teilt das Haus in drei „Schiffe“, eine Grundrisslösung, die Rob Krier noch einmal in den HĂ€usern Kolbeinsson und Weidemann (beide 1975) aufgriff.
Dem glĂ€sernen Zylinder ĂŒber dem Haupteingang antwortet als geschlossenes, rechteckiges Pendant der Kaminschlot auf der SĂŒdseite. Die auf den ersten Blick sehr artifizielle Verteilung von Fensteröffnungen, BrĂŒstungen und Kamin an dieser Seite unterliegt, wie alle Fassaden des Hauses, einem strengen Proportionsschema, das im wesentlichen auf dem „Goldenen Schnitt“ beruht.
Auch wenn der ausgefĂŒhrte Bau nicht in allen Details die vom Architekten gewĂŒnschte PrĂ€zision erfuhr und auch die geplante Farbfassung nicht realisiert werden konnte, so handelt es sich doch um ein ungewöhnliches Mehrfamilienhaus in der Tradition der klassischen Moderne.
Unverkennbar ist nicht nur in der betonten WegfĂŒhrung zum Haus und in der freien Grundrissgestaltung der einzelnen Geschosse der Einfluss von Le Corbusier. Auch sein Modulor – entwickelt in Anlehnung an Leonardos „Homo Quadratus“ - basiert auf dem „Goldenen Schnitt“.

UKJ
 
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