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Rob Krier >> biografische Informationen
  
Pavillon fĂŒr die Landesgartenschau
Freiburg, D
1985 - 1986
DAM Inv.nr. 142-199-(001-030)
Skizzen, PrÀsentationszeichnungen
Katalogtext: FĂŒr die Landesgartenschau in Freiburg 1986 plante Rob Krier einen zweigeschossigen Aussichtspavillon ĂŒber zentralem Grundriss. An dem großen, die Gesamtanlage beherrschenden See liegt er auf einer kleinen kĂŒnstlich angeschĂŒtteten Halbinsel am westlichen Uferrand.
Über einem flachen Stufensockel erhebt sich das mit Rundbogenarkaden geöffnete Untergeschoss, dessen Gewölbescheitel leicht aus dem Mittelpunkt des GebĂ€udes verschoben ist. Das durch den Oculus spĂ€rlich einfallende Licht beleuchtet ein Figurenpaar. So erhĂ€lt das Erdgeschoss die AtmosphĂ€re einer Grotte.
Um das Sockelgeschoss legt sich halbkreisförmig eine Außentreppe, die auf die Aussichtsplattform im Obergeschoss fĂŒhrt. Dort stĂŒtzen vierundzwanzig gedrungene SĂ€ulen die den Pavillon krönende Kuppel mit ihrer kleinen Laterne. Es entsteht so die klassische Form des Monopteros.
Die SÀulen im Obergeschoss sind in Dreiergruppen arrangiert. Jeweils in der Mitte erhebt sich eine mÀchtige, gedrungene SÀule, die von schlankeren und kleineren SÀulen flankiert wird. Jede SÀule hat eine Basis, und die Metallringe, mit denen die unterhalb des GebÀlks entlang laufenden Ziergitter am SÀulenschaft befestigt sind, ersetzen die Kapitelle.
UrsprĂŒnglich sollte das Sockelgeschoss aus Mauerwerk ausgefĂŒhrt werden, wĂ€hrend fĂŒr die SĂ€ulen und die Kuppel eine Holzkonstruktion gedacht war. Da diese AusfĂŒhrung sich aber als zu kostspielig erwies, wurde der ganze Pavillon aus einem Guss als Monolith in roteingefĂ€rbtem Beton hergestellt. Die absolut gleichmĂ€ĂŸige OberflĂ€chenstruktur und die Metallgitter – insbesondere auch das TreppengelĂ€nder – bilden einen auffĂ€lligen Kontrast zu dem klassischen Typus, auf den Krier fĂŒr die Gestalt des Pavillons zurĂŒckgegriffen hat. Spielerisch variiert er hier das Thema des mehrgeschossigen antiken Memorialbaus ĂŒber zentralem Grundriss.
Mit der Grotte im Sockelgeschoss und der Aussichtsplattform im Monopteros, von der aus man einen weiten Blick ĂŒber die Wasserbuchten hat, greift Krier wesentliche Elemente des Landschaftsgartens auf.
Die wichtigsten EntwĂŒrfe fĂŒr den Pavillon sind aquarelliert in der Art barocker Architekturzeichnungen. Der bewußte RĂŒckgriff auf eine historische Darstellungsweise ist im Werk Kriers eine Ausnahme.
UKJ
 
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